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Das im Jahr 1975 gegrün­de­te West­preußi­sche Lan­des­mu­seum (WLM) ist die zen­trale Ein­rich­tung in der Bun­des­re­pub­lik Deutsch­land für die Samm­lung, Be­wahrung, Erfor­schung, Prä­sen­ta­tion und Ver­mitt­lung der Kul­tur und Ge­schich­te des Lan­des am Un­ter­lauf der Weich­sel, dem der preußi­sche König Friedrich II. 1773 den Na­men West­preußen gab und das heu­te Teil der Republik Polen ist.

Das Westpreußische Landes­mu­seum in Wa­ren­dorf hat ein Part­ner­museum in Polen. Es be­fin­det sich in Krockow, einem klei­nen Ort mit Gut und Schloss im Kreis Putzig/Puck (nahe Danzig).

Das ehemalige Dorf­gast­haus „Beim Herzog Mestwin“ beher­bergt hier das ein­zige deutsch-pol­nische Mu­seum in ganz Polen.

Nahe bei ist das Schloss Krokow, heu­te Ho­tel und Re­stau­rant, das aber eben­falls be­sich­tigt wer­den kann.

Die Teilnehmer der ersten Camping­tour durch Polen ha­ben Schloss Krockow 2013 besucht.

Besuch im Westpreußischen Landesmuseum am 20.01.2018

vor dem Westpreußische Landesmuseum in Warendorf

Vorstand fährt nach Warendorf

Schon lange hatte sich der Vorstand des Städ­te­part­ner­schafts­ver­eins Ems­det­tens vorgenommen, das West­preußische Lan­des­mu­seum – das vor einigen Jahren (2014) von Münster nach Warendorf umgezogen ist – zu besuchen. Zum einen ist er ja immer auf der Suche nach geeigneten Ausflugszielen für Besucher aus den Partnerstädten, zum anderen bietet gerade dieses Museum einen guten Einblick in die Geschichte Westpreußens. War es zunächst für die Menschen aus diesen Gebieten gedacht, bietet es heute für Menschen ohne histori­schen Bezug viele Informa­tionen. Die Sonder­aus­stel­lungen entstehen meist mit polnischen Organisationen. Auch hat das Museum eine Außen­stelle in den Räumen des Regional­museums in Krokowa nahe Leba an der Ostsee. Für uns als Verein aus der Stadt Emsdetten und deren Partner­stadt Chojnice hat es gerade deshalb große Bedeutung, da die Region West­preußen sich zum Teil auch über das Gebiet Chojnice, seines Kreises und der Kaschubei erstreckt. Dennoch muss gesagt werden, dass das Westpreußen von früher heute nicht mehr in der polnischen Verwaltungsgliederung erkennbar ist.

Mit einem Kleinbus und sieben Personen vom Vorstand traf die Gruppe etwa um 15 Uhr am Museum ein. Kleines Highlight war, dass eine Bekannte aus Warendorf, Marlis Jung (eine Teilnehmerin der Reise zu den Chojnice-Tagen 2016) zugegen war und mit uns das Museum besichtigte.

Zunächst ging es in die Sonderausstellung mit dem Titel „Die städtische Reformation in Westpreußen“.

Anhand von Stelen, Ausstellungsmöbeln und Wandtafeln wird der Einfluss von Martin Luther vor 500 Jahren auch in Westpreußen dargestellt, wobei der Schwerpunkt auf Danzig, Elbing und Thorn gelegt wurde.

Weiter ging es zur ständigen Ausstellung. In den Räumen des ehemaligen Franziskanerklosters von Warendorf, dessen Klosterleben stets sichtbar war, konnten wir die vielen Stationen westpreußischer Geschichte verfolgen. In verschiedensten Zimmern wurde die frühe Geschichte, eng verbunden mit dem Deutschen Orden wieder lebendig. Weiter wurde uns wieder einmal bewusst, wie wichtig der Ostseehandel und seine Industrie für die damaligen Hansestädte Danzig und Elbing gewesen ist. Es gab ein Bernstein-Kabinett und viele Hinweise auf die Blütezeit der Kultur. Es fanden sich auch viele Ausstellungsstücke aus der Partnerstadt Chojnice (deutsch: Konitz). Nicht außer Acht gelassen wurde die vernichtende Geschichte des Nationalsozialismus. Und schließlich gab es reichlich Informationen über das Pendant in Krokow.

Danach besichtigten wir noch die angeschlossene Franziskanerkirche.

Es blieb noch genug Zeit für ein gemeinsames Kaffeetrinken im Klosterviertel in Warendorf.

Alle Vorstandsmitglieder waren eingeladen zu einem gemeinsamen Abendessen in die Gaststätte Mölljans in Emsdetten. Bei leckeren Gerichten klang der schöne Tag gegen 21 Uhr aus.