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Die Fahrtroute

136 km

Die Box kann zurückgegeben werden ca. 1 km vor Dukla auf der rechten Seite bei

PKN Orlen
ul. Zboiska 99
38-450 Dukla

Duklapass

eine geschichtsträchtige Route im Übergang von Polen zur Slowakei.

Um den Pass wurden im Herbst 1944 einige der schwersten Kämpfe des Zweiten Weltkriegs geführt.

Svidník

Am Ende des Passes im Tal liegt unser Übernachtungsort Svidník, 11.000 Einwohner.

Hier ist ebenfalls ein militärgeschichtliches Museum zu 1944 und ein sehenswertes Freilichtmuseum, natürlich auch mit einer Holzkirche.

Campingplatz

Der Campingplatz liegt sehr stadtnah auf dem Gelände eines Erlebnisbads mit Hallenbad, Freibad, Sauna und allem was dazu gehört.

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Campingreise Polen 2019

8. Tag, Mittwoch, 3. Juli 2019: von Tarnów (PL) nach Svidník (SK)

Wir verlassen heute Polen. Svidník in der Slowakei ist unser Ziel. Nur 136 km sind zu fahren. Zwischenstopps werden häufig genutzt. Die einen kommen gerade an, die anderen fahren schon wieder. Erster Stopp sollte die Stadt Jasło, noch in Polen, sein, denn hier würde Wein angebaut und vielleicht kann man ihn dort sogar kaufen. Nach einigem „Herumkurven“ in der belebten, engen Stadt haben Brigitte und Bernd einen guten Parkplatz gefunden, aber keinen Wein. Mechthild und Franz Ferdinand haben das Weingut gefunden, aber kein polnisches Geld mehr. Hildegard und Günter haben auch das Weingut gesehen, konnten aber mit ihrem Gespann nicht parken.

Wir fahren weiter – in Richtung Dukla und Duklapass. Hier ist die Staatsgrenze. Und wir müssen uns erst mal eine Vignette kaufen. An dem Grenzübergang wird ein Zettel mit dem Kennzeichen durch die Durchreiche gereicht, 11 Euro dazugelegt, man bekommt eine Quittung und ein gestempeltes Papier – und schon hat man die Vignette und freie Fahrt. Einige Tage später unterrichte uns Albert, dass er unschwer feststellen kann, ob wir die Vignette gekauft haben oder nicht. Einfach das Kennzeichen ins Handy eingeben und schon weiß er Bescheid. Datenschutz auf slowakisch!

Wir nehmen jetzt eine sehr geschichtsträchtige Route über den Dukla-Pass. Es ist keineswegs ein alpiner Pass, mit gerade einmal 500 m Passhöhe bietet er keine besonderen Herausforderungen. Aber er ist seit Jahrhunderten nicht nur ein alter Handelsweg, sondern auch als ein bevorzugtes Einfallstor für nach Westen strebende östliche Heere. 1944 erreichte die Rote Armee hier die Slowakei, an die damit verbundenen schweren Kämpfe erinnern auf der Passhöhe ein Denkmal und Soldatenfriedhof, und entlang der gesamten Talfahrt immer mal wieder diverse, zum Teil martialische Gedenkstätten.

Aber es gibt auch noch etwas anderes: Nämlich eine Holzkirche folgt der nächsten, hier gibt es nahezu in jedem noch so kleinen Dorf noch eine. In vielen Orten der nördlichen Karpaten findet man diese ostkatholischen oder griechisch-orthodoxen Kirchen. Und 5 dieser Kirchen liegen praktisch am Weg. Ganz bestimmt hat jeder Teilnehmer eine dieser Kirchen von nahem gesehen Wir selbst waren bei vier Kirchen und konnten sogar zwei von innen besichtigen. Beim ersten Mal sind wir Annegret und Erich begegnet. Also gemeinsam zur Kirche. Eine Frau verlangt Eintritt. Sie spricht nur slowakisch. Zunächst will sie 8 Euro, nein nicht für alle, sondern pro Person, wir können verhandeln, zahlen…

Aber Fotos dürfen wir nicht machen, das kostet extra. Schließlich wird sie weich und macht von sich aus von uns mit unseren Fotoapparaten ein Foto. Wir hören einen deutschen Vortrag über die Kirche vom Band und dürfen anschließend sogar ins „Allerheiligste“, hinter die Ikonastase in die Sakristei – sie macht wieder ein Foto von uns.

Nächste Kirche, niemand da. Wir wollen eigentlich gar nicht rein, wahrscheinlich sehen sie alle gleich aus. Stracks kommt eine Aufschließerin. 10 Euro nimmt sie. Es wiederholt sich. Wir kennen uns jetzt aus.

vor der Ikonastase der Holzkirche von Bodružal
auf dem Campingplatz Kemp „AQUARUTHENIA“ in Svidník

Wir fahren weiter. Ganz unten im Tal liegt das Örtchen Svidník. Die ersten SMS kommen: Die Zufahrt zum Camping ist schwierig, vor der Baustelle über den Parkplatz schräg rüberfahren und dann auf den Platz. Na ja, alle sind angekommen. Es ist etwas eng auf dem Platz, er ist nicht besonders groß, aber es geht. Ein Schwimmbad ist unmittelbar angrenzend mit direktem Zugang durch den Zaun, den Eintritt kann man beim Platzwart bezahlen. Brigitte und Reinhold, später auch Simone und Klaus, ziehen ihre Bahnen.

Der Platzwart freut sich, dass wir da sind. Er will, dass wir zwei Tage bleiben. Aber so flexibel sind wir nicht, wir haben ja unseren Zeitplan. Die ersten gehen einkaufen im Ort, alles da. Nur, und das werden wir ab jetzt überall in der Slowakei und in Tschechien erleben, ab fünf Uhr nachmittags kann man in den kleineren Läden und manchmal sogar in Cafés oder Eisdielen nichts mehr bekommen – Feierabend. Allerdings: in den großen Supermärkten gibst noch was. Und: für einige auch wichtig: Essen gehen geht auch.

Nur noch Ingrid, Albert und Brigitte sind auf dem Platz. Der Platzwart hat Mitleid und lädt sie auf einen selbst gebrannten Schnaps ein. Auf „einem Bein kann man nicht stehen“, das ist in der Slowakei genau so wie in Deutschland und sie müssen mit ihm trinken. Aber irgendwann ist es genug und sie verabschieden sich.

Ganz in der Nähe ist das sowjetische Ehrenmal, der große Obelisk ist nicht zu übersehen. Nicht weit entfernt ist das militärhistorische Museum, zu dem auch ein frei zugängliches Freigelände mit diversen Panzern, Militärfahrzeugen und sogar einem Flugzeug gehört. Die meisten haben es gesehen, Hildegard und Günther waren sogar im Museum, Bernd auch, er mußte noch nicht einmal den einen Euro Eintritt bezahlen, da das Museum eine halbe Stunde später um 17:00 Uhr geschlossen wird.

Wieder einmal gibt es abends Zeit für einen gemütlichen Stuhlkreis. Auch wird wieder gesungen. Und als man nichts mehr aus den Liederbüchlein lesen kann, muss das Handy herhalten. Der Platzwart mit seinen Freunden macht uns Konkurrenz. Jemand hat sogar eine Gitarre dabei und die kleine Gruppe singt auch. Der Abend wird lang und gemütlich. Das erste einheimische Getränk (eigentlich aber eher tschechisch als slowakisch), Becherowka, wird genossen.

noch ein kleiner Exkurs:

Die Welt ist klein. Brigitte fühlt sich beobachtet – Am Zaun steht ein junge Frau mit einem Baby auf dem Arm. Sie hat das Kennzeichen (Steinfurt) erkannt und fragt auf deutsch, woher wir kommen. Sie stellt sich vor, kommt aus Greven und macht mit ihrem Mann nicht nur Urlaub. Sie waren auf einer Hochzeit in Polen und sind für den heutigen Tag (immerhin 100 km entfernt) zu diesem Schwimmbad gefahren. Sie leben lieber in Deutschland als in Polen, sie und auch ihr Mann haben einen sicheren Arbeitsplatz.

Am nächsten Morgen heißt es auf Wiedersehen. Mit vielen Umarmungen verabschiedet sich Brigitte mit kleinen Präsenten vom Platzwart. Ein Wiederkommen lohnt sich hier. An den sanitären Anlagen muss noch was gemacht werden. Aber es gibt Duschen und Toiletten sind auch da.